Sie sind hier: Presse / Archiv
Bildmotiv links oben
Merkblatt - griechisch
Factsheet greekMerkblatt - italienisch
Factsheet italianMerkblatt - kroatisch
Factsheet croatianMerkblatt - polnisch
Factsheet polishMerkblatt - russisch
Factsheet russianMerkblatt - türkisch
Factsheet turkishMerkblatt - englisch
Factsheet english
Logo: Mammographie Screening Programm

Archiv



zurück zur Übersicht  zurück zur Übersicht



16.11.2012
Intervallkarzinome sind kein „Fehlalarm“

Kooperationsgemeinschaft Mammographie sieht durch Auswertung des NRW-Krebsregisters zu Intervallkarzinomen Qualitätsstandard des Mammographie-Screening-Programms bestätigt.

Im deutschen Mammographie-Screening-Programm haben Frauen zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf eine Röntgenuntersuchung der Brust. Bei acht von
1 000 untersuchten Frauen wird im Screening Brustkrebs entdeckt.

Tritt innerhalb des Zweijahreszeitraums zwischen den Untersuchungen Brustkrebs bei einer Screening-Teilnehmerin auf, sprechen Experten von einem „Intervallkarzinom“. Wie häufig diese Tumore sind, hat nun das Epidemiologische Krebsregister Nordrhein-Westfalen für das bevölkerungsreichste Bundesland ausgewertet.

Von 878 764 Frauen, die im Zeitraum von 2005 bis 2008 am Mammographie-Screening-Programm teilgenommen haben, wurde bei 7 176 Brustkrebs diagnostiziert. Demgegenüber stehen 2 036 Frauen, bei denen der Tumor innerhalb des Zweijahresintervalls entdeckt wurde, obwohl bei der Screening-Untersuchung nichts auf eine Brustkrebserkrankung hindeutete. Demnach wird bei zwei von 1 000 Frauen, die nach der Screening-Untersuchung davon ausgingen, dass sie nicht erkrankt sind, ein Tumor in der Brust gefunden.

„Tumore können sich leider auch innerhalb von zwei Jahren entwickeln und sind zum Zeitpunkt der Untersuchung eben noch nicht erkennbar“, betont Dr. Tatjana Heinen-Kammerer, Leiterin der Geschäftsstelle der Kooperationsgemeinschaft Mammographie. Aktuelle internationale Studien* berichten, dass mehr als die Hälfte der auftretenden Intervallkarzinome  in diese Kategorie fällt.  Weitere 25 Prozent sind Fälle, die nur  so genannte „minimale Anzeichen“ (minimal signs) für eine Auffälligkeit zeigen. Diese Karzinome lassen sich allerdings nur rückblickend im direkten Vergleich von früheren Screening-Aufnahmen und den aktuellen Aufnahmen zum Zeitpunkt der Diagnose erkennen. Bei den restlichen Intervallkarzinomen handelt es sich um Befundungsirrtümer.

Die Intervallkarzinomrate ist ein wichtiger Qualitätsparameter für das Mammographie-Screening-Programm. Dr. Heinen-Kammerer: „Die für Nordrhein-Westfalen ausgewertete Häufigkeit von Intervallkarzinomen  ist mit den Resultaten etablierter europäischer Mammographie-Screening-Programme vergleichbar und belegt den hohen Qualitätsstandard des deutschen Programms. Das zeigt uns, dass wir auf einem guten Weg sind.“

Um zu validen Aussagen zur Intervallkarzinomrate für ganz Deutschland zu kommen, müssen jedoch erst noch die Voraussetzungen für den erforderlichen Datenabgleich mit weiteren Landeskrebsregistern geschaffen werden. Dies ist auch erforderlich, um die Effekte des Screenings auf die Brustkrebssterblichkeit auswerten zu können. Mit einer entsprechenden Studie zur Machbarkeit dieses Vorhabens wurde in diesem Jahr im Auftrag des  Bundesamtes für Strahlenschutz begonnen.

Aktuelle Ergebnisse aus Evaluation und Qualitätssicherung des deutschen Mammographie-Screening-Programms unter www.mammo-programm.de.

* National Evaluation Team of Breast Cancer Screening (NETB) (ed): National evaluation of breast cancer screenings in the Netherlands: 1990-2007 (XII); Twelth evaluation report. Rotterdam: Department of Public Health, Erasmus MC 2009.

Die Kooperationsgemeinschaft Mammographie ist in gemeinsamer Trägerschaft von den gesetzlichen Krankenkassen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) im August 2003 gegründet worden. Ihre Aufgabe ist die Koordination, Qualitätssicherung und Evaluation des Mammographie-Screening-Programms.

Pressemitteilung 11 16 2012 Intervallkarzinom, 258 kB



Pressemitteilung zum Herunterladen